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Glasarten

Sicherheitsglas: ESG und VSG im Vergleich

Sicherheitsglas kommt überall dort zum Einsatz, wo es auf Schutz, Stabilität und Bruchsicherheit ankommt – an Türen, bodentiefen Fenstern, Schiebeelementen und großen Glasflächen. Im Fensterbau sind vor allem zwei Arten gebräuchlich: Einscheibensicherheitsglas (ESG) und Verbundsicherheitsglas (VSG). Beide schützen auf unterschiedliche Weise und werden je nach Einsatz ausgewählt.

Verbundsicherheitsglas im Fenster bietet Schutz vor Einbruch und Durchbruch
Sicherheitsglas im Fenster – mehr Schutz und Stabilität.

ESG und VSG: zwei Arten, zwei Aufgaben

ESG ist thermisch gehärtetes Glas: Es hält Stößen und Temperaturschwankungen besser stand und zerfällt im Bruchfall in viele kleine, stumpfkantige Krümel.
VSG besteht aus mehreren Scheiben mit einer reißfesten Folie dazwischen – bricht es, haften die Splitter an der Folie, statt herauszufallen. Daraus ergeben sich klar unterschiedliche Stärken:

EigenschaftESGVSG
Aufbaueine thermisch gehärtete Glasscheibezwei oder mehr Scheiben mit Folie
Bruchverhaltenzerfällt in kleine, stumpfkantige KrümelSplitter haften an der Folie
Vorteilhohe Stoß- und TemperaturbeständigkeitSchutz gegen Durchbruch und Splitterflug
Typischer EinsatzTüren, Seitenteile, beanspruchte Flächenbodentiefe Fenster, Haustüren, Absturzsicherung
Einbruchhemmungbegrenzthöher durch Folienverbund

Aufbau im Detail

Verbundsicherheitsglas (VSG)

Mehrere Scheiben, durch eine reißfeste PVB-Folie dauerhaft verbunden.

Verbundsicherheitsglas (VSG) reduziert das Risiko von Glasdurchbruch bei Einbruchversuch
Aufbau von Verbundsicherheitsglas (VSG).
1Mehrschichtiger Glasaufbau mit Sicherheitsfolie
2Glasscheibe mit Wärmeschutzbeschichtung
3Reißfeste Verbundfolie zwischen den Scheiben
4Abstandhalter im Randbereich
5Trockenmittel im Abstandhalter
6Dichtsystem des Randverbundes
7Reißfeste PVB-Folie mit einbruchhemmender Wirkung

Einscheibensicherheitsglas (ESG)

Eine thermisch vorgespannte Scheibe mit erhöhter Bruch- und Stoßfestigkeit.

1Thermisch gehärtete Glasscheibe
2Glasscheibe mit Wärmeschutzbeschichtung
3Erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Stoßbelastung
4Abstandhalter im Randbereich
5Trockenmittel im Abstandhalter
6Dichtsystem des Randverbundes
7Thermisch gehärtete Struktur für höhere Bruchfestigkeit
Aufbau von Einscheibensicherheitsglas (ESG) mit erhöhter Stoß- und Bruchfestigkeit
Aufbau von Einscheibensicherheitsglas (ESG).
Im Kern
Sicherheit zeigt sich im Bruchfall.

Normales Glas zerspringt in scharfe Scherben. ESG zerfällt in stumpfkantige Krümel, VSG hält die Splitter an der Folie zusammen – beides senkt das Verletzungs- und Durchstiegsrisiko deutlich.

Widerstandsklassen nach DIN EN 356

Bei durchwurf- und einbruchhemmendem Sicherheitsglas regelt die Norm DIN EN 356 verschiedene Widerstandsklassen. Sie geben an, wie gut eine Verglasung mechanischer Gewalt standhält:

KlassePrüfung und Schutzwirkung
Durchwurfhemmung
P1AKugelfallhöhe 150 cm (3 Würfe)
P2AKugelfallhöhe 300 cm (3 Würfe)
P3AKugelfallhöhe 600 cm (3 Würfe)
P4AKugelfallhöhe 900 cm (3 Würfe) – z. B. gegen körperliche Gewalt
P5AKugelfallhöhe 900 cm (9 Würfe) – z. B. gegen einfache Werkzeuge
Einbruchhemmung
P6Berforderliche Schlagzahl 30–50 – geringe Einbruchhemmung
P7Berforderliche Schlagzahl 50–70 – mittlere Einbruchhemmung
P8Berforderliche Schlagzahl über 70 – hohe Einbruchhemmung

Wo Sicherheitsglas eingesetzt wird

Sicherheitsglas ist überall dort wichtig, wo Glas bis zum Boden reicht oder Menschen direkt mit der Scheibe in Kontakt kommen können:

Bodentiefe FensterBalkon- & TerrassentürenHebe-Schiebetüren (HST)
Parallel-Schiebe-Kipp-Türen (PSK)Haustüren mit GlaseinsatzTreppenhaus- & Überkopfverglasungen

ESG oder VSG – wovon die Wahl abhängt

Welche Variante passt, entscheidet der Einsatz:

ESG – wenn Belastung zählt

Bei hoher Stoß- oder Temperaturbeanspruchung – etwa Türen, Seitenteile, stark beanspruchte oder sonnenexponierte Flächen.

VSG – wenn Schutz zählt

Wenn Splitter gebunden bleiben müssen: Durchbruch- und Absturzsicherung, bodentiefe Fenster, Haustüren, höhere Einbruchhemmung.

Den Ausschlag geben Einbausituation, Größe der Verglasung, Art der Nutzung, das gewünschte Sicherheitsniveau und mögliche gesetzliche Vorgaben. Häufig werden ESG und VSG auch kombiniert.

Mit anderen Glasarten kombinieren

Sicherheitsglas lässt sich je nach Anforderung mit weiteren Glasfunktionen verbinden:

Zusätzliche Wärmedämmung im Standardaufbau.

Mehr Ruhe, wenn neben Schutz auch Lärm ein Thema ist.

Weniger Aufheizen bei großen, sonnigen Glasflächen.

Auf einen Blick

Sicherheitsglas schützt dort, wo erhöhtes Risiko für Glasbruch oder Einbruch besteht – an Haustüren, bodentiefen Fenstern und großen Glasflächen. ESG punktet bei mechanischer und thermischer Belastung, VSG bei Splitterbindung, Durchbruch- und Absturzsicherung; oft ergänzen sie sich. Einen Überblick über alle Verglasungen gibt unsere Seite Glasarten für Fenster.

Beratung

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Wir beraten Sie unverbindlich, ob ESG, VSG oder eine Kombination – und stellen Ihr Fenster passend zusammen.

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