Die Naturo 68 HST ist die Einstiegs-Holz-Hebeschiebetür. Man merkt gleich beim ersten Öffnen, dass hier Holz drinsteckt – nicht Kunststoff, das kalt wirkt, nicht Aluminium, das metallisch klingt, sondern ein Material, das sich warm und lebendig anfühlt. Der Griff wird um 90 Grad gedreht, der Flügel hebt sich einige Millimeter aus der Dichtung, und schon gleitet er ohne Ruckeln zur Seite. Das ist der Vorteil des HST-Prinzips gegenüber klassischen Schiebeanlagen: kein Widerstand, keine Reibung, ruhiger Lauf – auch bei großen Flügeln.
Das 68-mm-Profil ist bewusst schlank gehalten. Aus drei Schichten Leimholz aufgebaut, bleibt es formstabil – auch wenn Holz von Natur aus arbeitet. Die einzelnen Lamellen werden mit wechselnder Faserrichtung verklebt, sodass sich das Profil bei Temperatur- und Feuchteänderungen nicht verzieht. Bei einer Hebeschiebetür ist das entscheidend, denn große Elemente reagieren sonst empfindlich – ein Flügel, der sich um 2 mm verzieht, schließt bereits schlecht.
Beim Wärmeschutz muss man ehrlich sein: Die Naturo 68 HST ist ein solides Einstiegssystem, kein Passivhaus-Kandidat. Mit einer guten Dreifachverglasung landet der Gesamt-Uw realistisch bei rund 1,1 bis 1,3 W/m²K – ausreichend für Niedrigenergiehäuser, nicht für höchste Ansprüche. Wer mehr Wärmeschutz will, sollte zur größeren Schwester Naturo 80 HST greifen – die kommt mit 80-mm-Flügel und dickerer Verglasung deutlich besser weg.
Beim Schallschutz gibt es kein exakt herstellerseitig gemessenes dB-Wert für dieses System. Die natürliche Schalldämmung von Holz wirkt aber – mit passendem Schallschutzglas wird der Innenraum spürbar ruhiger. Wie viel genau, hängt vom Glasaufbau und der fachgerechten Montage ab.
Beim Einbruchschutz lässt sich die Naturo 68 HST auf RC2 ausstatten. Mit passenden Sicherheitsbeschlägen wird die große Glasfläche zum kalkulierbaren Sicherheitspunkt. Wichtig ist dabei die fachgerechte Montage im Baukörper – bei einer HST übernimmt der Rahmen viel Statik, und das setzt sauberes Verankern voraus.
Praktisch für den Alltag ist die niedrige, thermisch getrennte Bodenschwelle, die bei der Naturo 68 HST als Option verfügbar ist. Kein hoher Absatz, keine Stolperkante – der Übergang von Wohnzimmer zur Terrasse bleibt flach. Für Familien mit kleinen Kindern, für ältere Menschen und für alle, die häufig mit vollen Händen durchgehen, macht das im Alltag einen echten Unterschied.
Optisch ist Holz sein eigenes Argument. Die Naturo 68 HST gibt es in Kiefer, Fichte, Meranti oder Eiche – jede Holzart bringt ihre eigene Maserung und Farbe mit. Die Oberfläche wird in vier Schichten lackiert: zwei Grundierungen, eine Zwischenlackierung, eine Deckschicht. Das schützt vor UV-Licht, Feuchtigkeit und Witterung. Farblich stehen Lasuren (durchscheinend, mit Holzstruktur) und RAL-Deckfarben zur Verfügung – von warmem Naturton bis kräftigem Anthrazit ist alles möglich.
Beim Thema Nachhaltigkeit hat Holz systemisch die Nase vorn: nachwachsender Rohstoff, positive CO2-Bilanz, Ende der Nutzungsdauer recyclingfähig.
Unterm Strich ist die Naturo 68 HST die richtige Wahl, wenn ein warmes, natürliches Holzsystem für Terrasse oder Wintergarten gesucht wird, das solide arbeitet und nicht das Budget sprengt. Wer größere Elemente, mehr Wärmeschutz oder eine Holz-Alu-Variante möchte, findet bei den weiteren Holz-Schiebetüren mit der Naturo 80 HST das stärkere System.